Ein Tag, zwei Ergebnisse
Gleiches Haus, gleiche 8-kWp-Anlage, gleicher sonniger Frühlingstag. Oben läuft alles wie geliefert: Warmwasser um halb sechs per Zeitprogramm, das Auto lädt nach der Arbeit. Unten schiebt die Steuerung Warmwasser und Autoladen in die Mittagsstunden.
Ohne Steuerung
Warmwasser 5:30 Uhr, Auto lädt ab 17:30 Uhr
Mit Überschusssteuerung
Warmwasser 11:30 Uhr, Auto lädt mit der Sonne
- PV-Erzeugung
- Verbrauch
- selbst verbraucht
- aus dem Netz
- eingespeist
Rechenmodell mit 15-Minuten-Werten: 35 kWh Ertrag, Wärmepumpe 1,5 kW für Warmwasser, E-Auto 11 kWh am Tag, kein Speicher. Tippe in die Grafik, um die Werte zur Uhrzeit zu sehen.
Unterm Strich halbiert sich der Netzbezug, ohne dass jemand auf etwas verzichtet. Das Auto ist am Abend genauso voll, das Wasser genauso warm. Nur der Zeitpunkt ist ein anderer.
Die Reihenfolge der Verbraucher
Ich ordne nach dem Nutzen pro Kilowattstunde und danach, wie viel Aufwand es kostet, das Gerät steuerbar zu machen:
Haushalt
Geschirrspüler, Waschmaschine und Trockner mittags starten. Nutzt Überschuss ganz ohne Technik.
Aufwand geringWarmwasser
Wärmepumpe oder Heizstab heben den Speicher mittags auf 55 Grad. Wärme ist der günstigste Speicher im Haus.
SG-Ready oder ModbusWallbox
Das Auto lädt nur, wenn Überschuss da ist, und regelt mit der Sonne mit.
OCPP, Modbus oder lokale SchnittstelleBatteriespeicher
Nimmt, was übrig bleibt, für den Abend. Die teuerste Art, Strom aufzuheben.
Wechselrichter mit SchnittstelleHeizung
Im Frühjahr und Herbst hebt die Wärmepumpe mittags den Vorlauf leicht an. Estrich und Fußbodenheizung werden zum Puffer.
nur mit Fußbodenheizung
Technik-Details: Was jedes Gerät braucht
| Verbraucher | Wie steuerbar | Was es braucht |
|---|---|---|
| Haushaltsgeräte | Startzeit am Gerät | Gewohnheit, bei Bedarf eine Shelly-Steckdose |
| Heizstab im Boiler | Ein und Aus nach Überschuss | Shelly oder Loxone-Aktor im Verteiler |
| Wärmepumpe | SG-Ready-Kontakt oder Modbus | Aktor am SG-Ready-Eingang oder Netzwerkanbindung, Freigabe im Menü |
| Wallbox | Ladestrom, Start und Stopp, Phasenumschaltung | Wallbox mit OCPP, Modbus oder lokaler Schnittstelle |
| Batteriespeicher | Meist automatisch, gezielt per Modbus | Wechselrichter mit offener Schnittstelle |
| Heizung | Sollwert-Anhebung per SG-Ready oder Modbus | Wie Warmwasser, sinnvoll nur mit Fußbodenheizung |
So sieht das am Handy aus
Home Assistant zeigt im Energie-Dashboard, woher der Strom gerade kommt und wohin er geht. Der Nachbau zeigt den Beispieltag um 12:30 Uhr: Das Dach liefert 4,6 kW, Warmwasser und Auto nehmen fast alles, ins Netz gehen 0,0 kW.
Energieverteilung heute
Verbrauch nach Quelle
Nachgebautes Energie-Dashboard mit den Werten des Beispieltags. Das echte Dashboard richte ich mit deinen Geräten ein, lokal im Haus, ohne Cloud.
Warmwasser: Wärmepumpe oder Heizstab
Heizstab
Die billigste Lösung: ein Schaltaktor im Verteiler, fertig. Aus einer Kilowattstunde Strom wird aber nur eine Kilowattstunde Wärme.
Wärmepumpe
Nimmt Umgebungswärme mit. Angesteuert über den SG-Ready-Kontakt oder Modbus. Viele Hersteller bindet Home Assistant direkt lokal ein, ohne Cloud.
Ob deine Wärmepumpe SG-Ready hat, steht im Handbuch unter Steuereingänge oder Smart Grid. Fehlt der Kontakt, bleibt der Heizstab oder ein Zeitprogramm, das Warmwasser in die Mittagsstunden legt.
Wallbox: Laden mit der Sonne
Die Steuerung misst am Netzanschluss, wie viel Überschuss gerade da ist, und gibt der Wallbox genau so viel Ladestrom frei. Zieht eine Wolke durch, regelt sie herunter. Unter 1,4 Kilowatt lädt kein Auto, dann pausiert die Wallbox, statt Strom aus dem Netz zu holen.
- PV-Überschuss
- Ladeleistung Wallbox
Technik-Details: Messung, Zentrale, Wallbox
Messung: Kundenschnittstelle des Smart Meters, ein Shelly Pro 3EM im Verteiler oder der Netzzähler des Wechselrichters. Zentrale: Home Assistant, der Loxone-Energiemanager oder evcc, eine freie Software fürs Überschussladen, die sich in Home Assistant einbinden lässt. Wallbox: steuerbar über OCPP, Modbus oder die lokale Schnittstelle, etwa go-e, KEBA, Fronius Wattpilot, openWB oder Easee. Eine Wallbox mit Schlüsselschalter und sonst nichts kann es nicht.
Warum die Hersteller-App nicht reicht
Drei Apps
Wechselrichter, Wallbox und Wärmepumpe sehen jeweils nur sich selbst. Mittags greifen alle nach demselben Überschuss, ziehen zusammen mehr als das Dach liefert, und der Rest kommt aus dem Netz.
Eine Zentrale
Home Assistant oder Loxone sieht alle Geräte und setzt die Reihenfolge durch: zuerst Warmwasser, dann Auto, dann Speicher. Welche Zentrale passt, steht im Ratgeber Loxone oder Home Assistant. Ist schon eine KNX-Anlage aus den 2000ern oder ein Loxone Miniserver Gen 1 im Haus, kommt Home Assistant daneben und übernimmt die Energie. Bei klassischer Elektrik zeigt der Ratgeber Smart Home im Altbau ohne Stemmen, wie die Zentrale ins Haus kommt.
Speicher und dynamische Tarife
Ein Batteriespeicher steht oft ganz oben auf der Wunschliste, ist aber die teuerste Art, Überschuss aufzuheben. Pro investiertem Euro bringt die Warmwasser-Anhebung meist mehr, weil sie mit vorhandener Technik auskommt. Ich rechne deshalb zuerst Warmwasser und Wallbox durch, dann den Speicher. Ist er schon da, lädt er bei vielen Wechselrichtern von selbst zuerst. Per Modbus lässt sich das oft umdrehen, aber nicht bei jedem Modell.
Dynamische Stromtarife passen gut zu dieser Steuerung: Im Winter lädt das Auto in den günstigen Nachtstunden, und die Wärmepumpe legt ihre Laufzeit in die billigen Zeitfenster. Voraussetzung ist ein Smart Meter mit Viertelstundenwerten.
Checkliste vor dem Termin
Fotos vom Typenschild reichen meistens:
- Wechselrichter: Hersteller, Modell, Speicher ja oder nein, im Netzwerk?
- Wärmepumpe: Hersteller, Modell, Baujahr, steht SG-Ready im Handbuch?
- Wallbox: Hersteller, Modell, im Netzwerk, läuft eine App dazu?
- Zähler: Smart Meter mit Kundenschnittstelle oder Platz für einen Shelly Pro 3EM im Verteiler?
- Verbrauch: letzte Jahresabrechnung und ein Screenshot der Einspeisung aus der Wechselrichter-App.
Nichts davon brauchst du für die erste Anfrage, das klären wir am Telefon oder per Nachricht.
Damit bekommst du ein Konzept mit Vorrang-Reihenfolge und einen Festpreis. Was das Energiepaket enthält, steht auf der Seite Energiemanagement. Wenn du nicht sicher bist, was im Haus verbaut ist, ist der Smart-Home-Check vor Ort der einfachste Einstieg, der Betrag wird angerechnet.
Was kostet eine PV-Überschusssteuerung?
Das Energiepaket mit Anbindung von Wechselrichter, Wärmepumpe und Wallbox, Überschusslogik mit Vorrang-Reihenfolge, Dashboard und Einweisung biete ich individuell passend zu deiner Anlage an. Wer erst wissen will, was im Haus überhaupt steuerbar ist, startet mit dem Smart-Home-Check vor Ort. Der Betrag wird auf den Auftrag angerechnet.