Ratgeber · WLAN im Einfamilienhaus

WLAN-Funkloch im Einfamilienhaus: Warum Repeater nicht helfen und was wirklich hilft.

Der Router steht im Keller, im Wohnzimmer geht es, im Obergeschoss bricht das Video ab, auf der Terrasse ist Schluss. Das liegt an Beton, Ziegel und der Art, wie Repeater arbeiten. Die Heatmap zeigt, wie ein Erdgeschoss mit drei Access Points ausgeleuchtet ist.

Grundriss Erdgeschoss eines Einfamilienhauses mit WLAN-Heatmap
Drei Access Points im Erdgeschoss: Die Farben zeigen die erwartete Signalstärke je Raum. Vergleich mit dem Provider-Router weiter unten.

Warum Beton und Ziegel das Signal schlucken

WLAN ist Funk, und Funk verliert an jeder Wand Energie. Gipskarton und Holz nehmen wenig, Ziegel deutlich mehr, und eine Stahlbetondecke ist der schlimmste Fall, weil die Bewehrung wie ein Gitter wirkt. In Oberösterreich ist genau das der Normalfall, und der Provider-Router steht dazu meist dort, wo die Leitung ins Haus kommt: im Keller. Das schnelle 5-GHz-Band, das für hohe Datenraten sorgt, wird dabei stärker gedämpft als das langsame 2,4-GHz-Band.

Router im Keller

Zwei Betondecken bis ins Obergeschoss

Prinzipskizze Hausschnitt: Router im Keller, das Signal verblasst durch jede Stahlbetondecke, im Obergeschoss kommt nichts an Router Keller -54 dBm stark EG -74 dBm mittel OG -90 dBm kein Netz Betondecke Betondecke
Unten stark, im Erdgeschoss mittel, im Obergeschoss nichts mehr. Ein neuerer Router im Keller ändert daran wenig.

Ein Access Point je Ebene

Kabel statt Funk durch die Decke

Prinzipskizze Hausschnitt: PoE-Switch im Keller, ein Netzwerkkabel nach oben und ein Access Point je Ebene, alle Geschosse mit starkem Signal PoE-Switch Netzwerkkabel Access Point Keller -50 dBm stark EG -50 dBm stark OG -50 dBm stark Betondecke Betondecke
Ein Kabel im Leerrohr vom Switch nach oben, in jeder Ebene ein Sender: Die Decke spielt keine Rolle mehr.

Prinzipskizze mit demselben Rechenmodell wie die Heatmap: Das Signal fällt mit der Entfernung, je Stahlbetondecke kommt ein fester Abzug dazu. Werte in dBm wie bei einer Messung, aber kein Ersatz dafür. Bei Holzdecken fällt der Abzug je Decke deutlich kleiner aus, dann kommt oben oft noch ein brauchbares Signal an.

Was die Balken am Handy bedeuten

Ausleuchtungs-Werkzeuge zeigen die Signalstärke in dBm, das Handy übersetzt sie in Balken. Ab etwa -75 dBm ruckeln Videos, darunter reißt die Verbindung ab. Die Stufen sind dieselben wie in der Heatmap, dort steht der Wert je Raum, so kannst du das Bild mit deinem Haus vergleichen.

Stufengrenzen wie in der Heatmap. Wie viele Balken das Handy zeigt, hängt vom Gerät ab, die Größenordnung stimmt. Wer es genau wissen will, liest den Wert mit einer WLAN-Analyse-App am Handy ab, Raum für Raum.

Repeater und Mesh: der Rückweg bleibt Funk

Ein Repeater empfängt das Signal des Routers und sendet es noch einmal aus, beides über dieselbe Funkstrecke. Damit bleibt hinter jedem Sprung höchstens die halbe Bandbreite, und der Repeater steht meist dort, wo das Signal ohnehin schon schwach ist. Zwei Repeater hintereinander sind darum keine Lösung, auch wenn der zweite ganz oben am Fenster hängt.

Funkprinzip, keine Messung: Jedes Paket wird empfangen und wieder gesendet, mehr als die Hälfte bleibt nie übrig. Und das gilt für ein Signal, das an der Betondecke schon gelitten hat.

Repeater

Dazu kommt das Kleben: Handy und Laptop wechseln erst, wenn die Verbindung fast abreißt. Du stehst neben dem Router, das Handy hängt noch am Repeater oben. Reicht für einen Randraum hinter einer Holzdecke, nicht für ein Haus mit Betondecken.

Mesh ohne Kabel

Löst das Kleben besser, weil die Stationen sich absprechen und ein Handy aktiv zum stärkeren Sender schieben. Der Rückweg zum Router bleibt aber Funk durch dieselbe Betondecke. Bei Ziegel und Holz brauchbar, bei Stahlbeton meist genauso abgeschnitten wie der Repeater.

Fast alle Mesh-Sets lassen sich auch per Netzwerkkabel verbinden. Wer das Kabel ohnehin legt, bekommt für ähnliches Geld ein System, das genau dafür gebaut ist.

Access Points am Kabel: ein Router gegen drei Access Points

Ein Access Point ist ein reiner WLAN-Sender am Netzwerkkabel, seinen Strom bekommt er über dasselbe Kabel (PoE). Weil die Daten über das Kabel laufen, liefert er in seinem Stockwerk die volle Leistung, egal wie dick die Decke ist. Zusammengehalten wird das Ganze von einem Controller: Alle Access Points senden dasselbe Netz mit demselben Namen, und du gehst vom Obergeschoss in den Garten, ohne dass das Telefonat abbricht. Im Grundriss kannst du umschalten: ein Provider-Router im Technikraum gegen Decken-, Wand- und Outdoor-Access-Point.

−90 dBm−40 dBm

Heatmap als Anschauungsmodell mit vereinfachter Wanddämpfung, Werte in dBm wie bei einer Messung. Die echte Ausleuchtung messe ich vor Ort in jedem Raum, bevor eine Dose gesetzt wird. Tippe auf die Knöpfe, um zwischen den beiden Szenarien zu wechseln.

Willst du das für deinen Grundriss? Schick mir den Plan →

: TP-Link Omada

Omada ist die Business-Linie von TP-Link, mit der ich arbeite: Access Points, Switch, Router und Controller aus einer Familie, lokal verwaltet, ohne Abo und ohne Cloud-Zwang. Der Provider-Router bleibt als Modem im Haus, Router-Funktion und WLAN übernimmt das eigene System.

Decken-Access-Point von TP-Link Omada, flache weiße Scheibe
Decke

Decken-Access-Point

Flache Scheibe an der Decke, strahlt gleichmäßig nach allen Seiten. Für offene Wohn- und Essbereiche und Flure, Strom über das Netzwerkkabel.

Wand-Access-Point von TP-Link Omada für die Unterputzdose
Wand

Wand-Access-Point

Sitzt in einer normalen Unterputzdose, kaum größer als ein Lichtschalter. Für Schlafzimmer, Kinderzimmer und Büro, mit Netzwerkbuchsen für TV oder Schreibtisch.

Outdoor-Access-Point von TP-Link Omada mit zwei Antennen
Außen

Outdoor-Access-Point

Wetterfest an der Hauswand oder am Carport. Garten, Terrasse und Pool bleiben im selben Netz wie drinnen, Robotermäher und Kamera gleich mit.

Omada-Hardware-Controller von TP-Link
Zentrale

Controller

Führt alle Access Points als ein Netz mit einem Namen und schiebt Geräte aktiv zum besten Sender. Läuft lokal im Netzwerkschrank, Gästenetz und Statistik inklusive.

Omada-Router von TP-Link mit fünf Gigabit-Ports
Zentrale

Router

Übernimmt die Router-Funktion vom Provider-Gerät und trennt Haustechnik, Familie und Gäste in eigene Netze.

Omada-PoE-Switch von TP-Link mit acht Ports
Zentrale

PoE-Switch

Versorgt Access Points, Kameras und Türklingel über das Netzwerkkabel mit Strom. Keine Steckdose am Montageort, kein Netzteil an der Decke.

Preislich liegt das kaum über einem guten Mesh-Set, technisch ist es eine andere Liga. Ein Abo braucht es nicht, die Verwaltung läuft lokal im Haus.

Faustregel: ein Access Point je Ebene, einer für den Garten

Meine Faustregel aus der Praxis: ein Access Point je Ebene bis etwa 120 m², bei Betondecken zwingend. Bei einer Sanierung kommen die Netzwerkkabel in Leerrohre, im Bestand läuft das Kabel oft durch ein vorhandenes Leerrohr, über den Dachboden oder den Keller. Das Verlegen macht der Elektriker, die Positionen plane ich vorher im Grundriss. Ein Decken-Access-Point in der Mitte der Ebene erreicht die Randräume durch ein bis zwei Ziegelwände, das passt zur Heatmap oben.

HausAccess Points
Wohnung, Bungalow oder Holzdecken bis 120 m²Oft keiner: ein guter Router per Kabel in die Mitte des Hauses
Zwei Ebenen mit Betondecke2, je Ebene einer, jeweils mittig platziert
Keller, Erdgeschoss, Obergeschoss3, im Keller reicht oft die Nähe zum Netzwerkschrank
Terrasse, Garten oder Pool dazuplus 1 Outdoor-Access-Point

Im offenen Wohnbereich sitzt ein flacher Decken-Access-Point, für Schlafzimmer, Kinderzimmer und Büro reicht ein Wand-Access-Point in der Unterputzdose.

Technik-Details: Repeater, Mesh und Access Points im Vergleich
RepeaterMesh ohne KabelAccess Points am Kabel
BandbreiteHalbiert sich je SprungRückweg über Funk, bei Beton stark gedämpftVoll in jeder Ebene
RoamingGeräte kleben am schwachen SenderGut, Stationen sprechen sich abGut, vom Controller gesteuert
Kabel nötigNeinNein, optional möglichJa, ein Netzwerkkabel je Access Point
KostenGering je Gerät, oft mehrfach gekauftMittel, ein Set liegt preislich nahe an Omada-HardwareIndividuelles Angebot mit Planung und Einrichtung
Für wenEin Randraum bei HolzdeckeZiegel- oder Holzbau ohne KabelmöglichkeitMassivbau, mehrere Ebenen, Garten, Smart Home

Der Provider-Router bleibt im Haus, wird aber auf Modembetrieb gestellt und übersetzt nur noch die Leitung von A1 oder Magenta ins Hausnetz. Alte Repeater und Powerline-Adapter werden nach der Umstellung abgebaut, sie stören sonst nur noch. Mehr Sendeleistung am Router hilft nicht, es braucht den Sender in der Ebene.

Selbstdiagnose: Wo hakt es wirklich

Bevor du etwas kaufst, geh diese fünf Punkte durch. Je klarer die Antwort, desto kleiner die Lösung: In Wohnungen, Bungalows ohne Betondecke und bei Holzdecken bis etwa 120 m² je Ebene reicht oft ein einzelner guter Router an der richtigen Stelle. Dann ist die günstigste Maßnahme, ihn per Kabel aus dem Keller in die Mitte des Hauses zu holen.

  1. Router-Standort

    Keller, Technikraum oder Metallschrank? Dann ist der Standort das erste Problem.

  2. Baustoff

    Betondecken oder Holzdecken, Ziegel oder Leichtbau? Bei Stahlbeton hilft nur ein Kabel.

  3. Anzahl Ebenen

    Ab zwei Ebenen mit Massivdecke braucht jede Ebene einen eigenen Sender.

  4. Wo genau es hakt

    Ein Randzimmer, das ganze Obergeschoss oder der Garten? Danach richtet sich die Zahl der Access Points.

  5. Was heute dranhängt

    Repeater, Mesh und Powerline-Adapter fliegen bei einer Neuplanung raus, sonst stören sie das neue Netz.

Wenn du ein Smart Home planst, gilt das doppelt, denn Wärmepumpe, Wechselrichter, Wallbox und Kameras hängen alle im Netz. Feste Adressen und ein eigenes Netz für die Haustechnik gehören bei mir zur Einrichtung dazu, genauso wie beim Nachrüsten eines Smart Homes per Funk. Wie du im Altbau ohne Stemmen weiterkommst, steht im Ratgeber zum Smart Home im Altbau, die Planung mit Ausleuchtung im Grundriss auf der Seite WLAN im ganzen Haus.

Was kostet WLAN im ganzen Haus?

Das komplette Paket mit Messung vor Ort, Router, PoE-Switch, Controller, drei Access Points, Netzwerkdosen und Einrichtung inklusive Gästenetz biete ich nach individuellem Angebot an. Wer selbst montiert, bekommt ein individuelles Angebot für Planung plus Hardware. Die Kabel verlegt der Elektriker, die Positionen dafür zeichne ich ihm in den Grundriss.

Kennst du jemanden, dem das hilft? Schick den Ratgeber weiter.

Häufige Fragen

Warum ist mein WLAN im Obergeschoss so schlecht, obwohl der Router neu ist?

Weil das Signal durch eine Stahlbetondecke muss. Die Bewehrung im Beton dämpft und reflektiert das Signal, das schnelle 5-GHz-Band kommt oben kaum noch an. Ein neuerer Router ändert daran wenig, solange er im Keller oder Technikraum steht. Entweder der Router wandert per Kabel in die Mitte des Hauses, oder das Obergeschoss bekommt einen eigenen Access Point.

Bringt ein zweiter Repeater etwas?

Meist nein. Jeder Repeater halbiert die Bandbreite noch einmal und wiederholt ein ohnehin schwaches Signal. Dazu bleiben Handy und Laptop am Repeater hängen, auch wenn sie direkt neben dem Router stehen. Bei Betondecken zwischen den Ebenen hilft nur ein Netzwerkkabel zum Sender in der betroffenen Ebene.

Mesh oder Access Points, was ist besser im Einfamilienhaus?

Bei Ziegel- oder Holzbau kann Mesh ohne Kabel funktionieren, weil die Stationen das Wechseln der Geräte gut lösen. Bei Stahlbetondecken ist der Funk-Rückweg der Mesh-Station genauso gedämpft wie das Signal des Routers. Access Points am Netzwerkkabel liefern in jeder Ebene die volle Leistung, und ein Controller führt sie als ein Netz.

Wie bekomme ich WLAN in den Garten?

Nicht durch die Außenwand, sondern mit einem wetterfesten Outdoor-Access-Point an der Hauswand oder am Carport, zum Beispiel aus dem TP-Link-Omada-System. Er hängt am Netzwerkkabel, bekommt darüber seinen Strom und sendet dasselbe Netz wie drinnen. Robotermäher, Kamera und Handy bleiben so ohne Wechsel im Netz.

Kann ich meinen A1- oder Magenta-Router weiterverwenden?

Ja, er bleibt als Modem im Haus und wird auf Modembetrieb gestellt. Router-Funktion und WLAN übernimmt dann ein eigener Omada-Router. Bei den meisten Provider-Geräten geht das in den Einstellungen, bei manchen Glasfaser-Anschlüssen muss der Provider das Gerät umstellen.

Frag mich direkt

Schreib mir, wie dein Haus aufgebaut ist: Ebenen, Bauweise, wo der Router steht und wo genau das WLAN ausfällt. Ich melde mich innerhalb von zwei Werktagen mit einer ersten Einschätzung.

Ing. Thomas Basting

Ing. Thomas Basting, Mechatroniker und Smart-Home-Integrator, Edt bei Lambach

Ich beantworte jede Anfrage selbst, innerhalb von zwei Werktagen.

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