Drei Wege, die ohne Stemmen auskommen
Fast alle meine Nachrüstungen im Bestand laufen über drei Wege, meist in Kombination.
Aktor hinter dem Schalter
Ein kleines Relais in der Schalterdose schaltet die Lampe und bekommt seine Befehle per Funk. Der Schalter bleibt und funktioniert wie gewohnt.
Licht, Rollläden mit MotorAktor im Verteiler
Kommen Leitungen einzeln im Verteiler an, etwa von Rollladenmotoren oder Heizkreisen, übernimmt ein Hutschienengerät mehrere Kreise auf einmal.
Rollläden, FußbodenheizungSensoren und Taster mit Batterie
Alles, was nur melden oder auslösen soll, wird geklebt und läuft jahrelang mit Batterie: Präsenz, Fenster offen, Temperatur, Taster.
Kein Kabel nötig
Was hinter dem Schalter Platz braucht
Eine normale Schalterdose ist etwa 40 Millimeter tief. Ein kleiner Aktor geht sich darin aus, wenn nicht schon eine Klemmleiste und sechs Adern drinnen sind. Sonst wird die Dose auf 60 Millimeter umgebohrt: eine Stunde Staub, kein Schlitz durch den Raum.
Normale Dose
40 mm tief, Aktor und Einsatz streiten um den Platz
Tiefe Dose
Auf 60 mm umgebohrt, Luft für alles
Schnitt durch die Wand, maßstäblich. Der blaue Neutralleiter versorgt den Aktor mit Strom.
Wichtiger als die Tiefe ist dieser Neutralleiter. In Häusern ab den 90ern liegt er meist in der Schalterdose, in älteren Häusern oft nur an der Lampe.
Neutralleiter in der Dose
Ein normaler Aktor kommt hinter den Schalter, fertig. Was in deiner Dose liegt, sieht der Elektriker in zwei Minuten.
Neutralleiter nur an der Lampe
Dann wandert der Aktor an die Lampe, und der Schalter wird zum Taster-Eingang. Meist die sauberere Lösung.
Technik-Details: Dimmer ohne Neutralleiter, Wechselschaltung
Dimmer ohne Neutralleiter versorgen sich über die Lampe, brauchen bei LED oft ein Bypass-Modul und neigen zu Flackern. Ich setze das nur ein, wenn nichts anderes geht. Bei einer Wechselschaltung kommt der Aktor dorthin, wo beide Schalter zusammenlaufen, oder an die Lampe.
Rollläden, Heizkörper und Fußbodenheizung
Die anderen Gewerke laufen nach demselben Prinzip, nur der Aktor sitzt woanders.
Rollläden
Mit Motor und Taster der einfachste Fall: Aktor hinter den Taster. Gurt-Rollläden bekommen einen Rohrmotor, oft reicht ein kurzes Kabel von der nächsten Steckdose.
Aktor hinter dem TasterHeizkörper
Funk-Thermostate werden aufs vorhandene Ventil geschraubt und regeln nach Zeitplan und Anwesenheit. Ein Fensterkontakt schließt das Ventil beim Lüften.
Thermostat mit BatterieFußbodenheizung
Am Heizkreisverteiler liegen meist schon 230 Volt. Ein Aktor mit mehreren Kanälen übernimmt die Stellantriebe, bei Loxone der Ventilantrieb Air.
Aktor am Heizkreisverteiler
Technik-Details: Alle Gewerke im Überblick
| Gewerk | Lösung ohne Stemmen | Bedingung | Typischer Aufwand |
|---|---|---|---|
| Licht | Aktor hinter dem Schalter, Präsenzmelder mit Batterie | Neutralleiter in der Dose oder an der Lampe, Dose nicht überfüllt | Unter einer Stunde pro Schalter, Melder in Minuten |
| Beschattung | Rollladenaktor hinter dem Taster oder im Verteiler | Motor vorhanden, sonst Rohrmotor nachrüsten | Unter einer Stunde pro Fenster, mit neuem Motor deutlich mehr |
| Heizung | Funk-Thermostate am Heizkörper, Aktor am Heizkreisverteiler | Normgewinde am Ventil bzw. 230 Volt am Verteiler | Thermostate in Minuten, Verteiler ein bis zwei Stunden |
| Zutritt | Elektronischer Zylinder oder Fingerprint an der Haustür | Zylinder mit Batterie tauschbar, Fingerprint braucht Strom an der Tür | Zylinder unter einer Stunde, Fingerprint mit Elektriker |
| Steckdosen | Zwischenstecker oder Aktor hinter der Steckdose | Platz in der Dose, Leistung des Geräts beachten | Zwischenstecker in Minuten, Unterputz wie beim Licht |
Die Zentrale: Home Assistant oder Loxone Miniserver Go
Die Aktoren brauchen eine Zentrale, die Regeln ausführt und alles in einer App zeigt. Beide laufen lokal im Haus ohne Cloud, auch bei Internetausfall.
Home Assistant
Offene Software auf einem kleinen Rechner im Haus, bindet Matter, Zigbee und WLAN-Geräte direkt ein und kommt mit fast jedem Hersteller zurecht. Zur Leistung Home Assistant
Loxone Miniserver Go
Die Funk-Zentrale von Loxone bildet mit den Air-Komponenten ein sehr stabiles System aus einer Hand. Zeiten, Szenen und Temperaturen stellst du selbst in der App ein. Zur Leistung Loxone
Die Abwägung im Detail steht im Ratgeber Loxone oder Home Assistant.
Welcher Funk: Matter, Zigbee, WLAN, dann erst Herstellerfunk
WLAN-Aktoren wie Shelly sind günstig und bei zehn Geräten kein Thema. Bei vierzig hängt jeder einzeln am Router, und viele Router von A1 oder Magenta werden dann träge. Darum diese Reihenfolge:
Matter Erste Wahl
Der herstellerübergreifende Standard: Geräte verschiedener Marken sprechen dieselbe Sprache, laufen lokal und lassen sich in Home Assistant direkt einbinden. Über Thread bauen sie ein eigenes Funknetz auf.
Zigbee Zweite Wahl
Seit Jahren bewährt, mit der größten Auswahl an Aktoren und Batteriesensoren. Eigenes Funknetz wie Thread, das WLAN bleibt frei.
WLAN Dritte Wahl
Für eine Handvoll Geräte oder wo es ein Gerät nur so gibt. Neuere Shelly-Generationen können auch Zigbee und Matter.
Herstellerfunk Zuletzt
Bindet dich an einen Anbieter. Ausnahme: Loxone Air im Loxone-System, wo ohnehin alles aus einer Hand kommt.
Matter über Thread, Zigbee
Jedes Netzstromgerät verstärkt die Nachbarn
WLAN
Jedes Gerät hängt einzeln am Router
- Zentrale oder Router
- Gerät mit Netzstrom
- Batteriegerät
- Funkstrecke
- schwach
Schema mit denselben Geräten. Je mehr Aktoren im Funknetz, desto dichter wird es. Was im WLAN hinter Ziegel und Beton liegt, hat schlechten Empfang, mehr dazu im Ratgeber WLAN-Funkloch im Einfamilienhaus.
Wer anschließt, ist deine Sache. Planen und in Betrieb nehmen ist meine.
Beim Anschließen bin ich flexibel.
Du selbst
Du bekommst von mir den Plan, welches Gerät wohin kommt, und klemmst die Aktoren selbst an.
Dein Elektriker
Dein Elektriker installiert nach meinem Plan, ich stimme mich vorher mit ihm ab.
Smartmacherei
Ich montiere selbst: Aktoren hinter Schaltern, Taster und Hutschienengeräte gehören zu meinem Gewerbe.
Nur neue Steckdosen und Stromkreise lässt ein Elektriker frei geben. In allen drei Fällen plane ich vorher, richte danach Zentrale, Automatik und App ein und nehme alles mit dir in Betrieb.
Und ehrlich: Funk ist nicht immer die beste Lösung. Liegen Leerrohre zu jeder Dose, wie in vielen Ziegelhäusern ab den 90ern, ziehe ich lieber ein paar Meter Kabel für Präsenzmelder oder Access Point. Das ist in zwanzig Minuten drin und fällt nie aus.
Erst ein Raum, dann das Haus
Ich empfehle, mit einem Raum zu starten, meist Wohnzimmer oder Flur.
Ein Raum
Licht, Beschattung und ein Präsenzmelder, dazu die Zentrale.
Zwei Wochen leben
Du merkst im Alltag, was du im Rest des Hauses wirklich willst.
Das ganze Haus
Zentrale und Funknetz stehen, jeder weitere Raum ist nur noch Montage und ein paar Regeln.
So bereitest du den Check vor
- Fotos vom offenen Verteiler, die Abdeckung nimmt der Elektriker ab.
- Eine offene Schalterdose fotografieren: Tiefe, Adern, blauer Neutralleiter ja oder nein.
- Rollläden: Motor oder Gurt. Heizung: Heizkörper oder Fußbodenheizung.
- Baujahr, Bauweise, Leerrohre, und wo das WLAN heute schon schwach ist.
- Was dich im Alltag am meisten nervt. Das ist dein erster Raum.
Nichts davon brauchst du für die erste Anfrage, das klären wir am Telefon oder per Nachricht.
Damit kann ich meist schon am Telefon sagen, ob das Funk-Starterpaket passt oder ob es eine eigene Planung braucht.
Was kostet es, ein Smart Home ohne Stemmen nachzurüsten?
Das Funk-Starterpaket mit Licht, Beschattung und Heizung in fünf bis acht Räumen umfasst Geräte und Einrichtung nach individuellem Angebot. Vorher kommt der Smart-Home-Check vor Ort, bei dem ich Verteiler, Dosen und Rollläden anschaue; der Betrag wird bei Beauftragung angerechnet. Jeder weitere Raum ist danach nur noch Montage und ein paar Regeln.